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Die Digitalisierung in der Arbeitswelt

Die Arbeitswelt ist einem steten Wandel unterworfen und erfährt mit der Digitalisierung die größte Veränderung der letzten Jahrzehnte. Aufgrund der technologischen Entwicklung verändern sich Prozesse und selbstredend auch die Aufgaben der Mitarbeiter. Zahlreiche Jobs fallen sogar weg, aber es werden auch neue Möglichkeiten geschaffen. Mehrere Studien haben sich bereits mit der Digitalisierung in der Arbeitswelt auseinandergesetzt. Was uns und verschiedene Branchen erwartet, erfahren Sie in diesem Artikel.

Im privaten Umfeld merken wir es mindestens genauso wie in der Arbeitswelt. Immer mehr Handlungen werden mittels computergestützter Hilfe ausgeführt. Dafür gibt es allerlei Programme und Funktionen, die uns das Leben einfacher machen. Vor allem die Kommunikation im privaten Umfeld hat sich verändert. Briefe werden ohnehin nicht mehr verschickt und telefoniert wird auch kaum noch. Hier hat die Digitalisierung bereits in Form von Messenger-Diensten und sozialen Medien „gewonnen“.

Selbst das Einkaufsverhalten wurde durch die Digitalisierung radikal verändert. Der Einzelhandel verschlägt sich immer weiter in das Internet. Immer mehr Menschen kaufen nicht mehr vor Ort in der Stadt ein, sondern von zu Hause aus. Für die stationären Geschäfte ist dies natürlich ein Problem. Aber im Bereich des E-Commerce werden vermehrt Arbeitsplätze geschaffen. Sogenannte E-Commerce Manager sind dann bei Online-Shops wie einem Sportartikelvertrieb oder einem Schuhcenter angestellt. Die Digitalisierung birgt also Chancen und Risiken, bringt Gewinner und Verlierer hervor.

In Unternehmen wird die Digitalisierung als sogenannte Industrialisierung 4.0 vorangetrieben. Hier geht es vor allem darum, die großen Datenmengen sinnvoll zu verwalten und zu nutzen. Aktenordner voll mit Dokumenten gehören der Vergangenheit an. Heutzutage wird alles in den Netzwerken der Unternehmen oder einer Cloud gespeichert. Dieser Prozess der digitalen Transformation zieht sich durch (fast) alle Branchen. Dabei sind generell in den Unternehmen vier Stufen der Digitalisierung zu erkennen:

Stufe 1: der Einsatz von Webanalyse-Tools: Webanalyse-Tools überprüfen das Besucherverhalten auf Internetseiten (Beispiel: Google Analytics).
Stufe 2: der Einsatz eines Data-Warehouse: Ein Data-Warehouse ist eine zentrale Datenbank, die für Analysezwecke optimiert ist.
Stufe 3: der Einsatz von Data-Management-Plattformen Zentrale Data-Management-Plattformen verwalten Daten, die dafür genutzt werden, Kunden durch individuelles Marketing anzusprechen.
Stufe 4: die Verknüpfung von Online- mit Offline-Daten Durch die Verknüpfung werden Kunden kanal- und endgeräteübergreifend identifiziert und angesprochen (-> Targeting).

Daten sind wertvoll

Dass Daten einen erheblichen Wert in der aktuellen Zeit haben, lässt sich am besten am Beispiel von Facebook erkennen. Obwohl das Unternehmen keinerlei Produktion aufweist, sondern nur eine Plattform zur Kommunikation bietet, ist das digitale Unternehmen aus den USA über 500 Milliarden Dollar wert. Das liegt unter anderem daran, dass Facebook Experte darin ist, die Daten, die über die Nutzer erhoben werden, nutzbar zu machen. Im Falle der Social-Media-Plattform geschieht dies in der Regel über Werbung. Im Laufe der Digitalisierung versuchen immer mehr Unternehmen, den gleichen bzw. einen ähnlichen Weg einzuschlagen. Unternehmen, die es schaffen, ihre Daten nutzbar zu machen, d.h. in Aktionen umzuwandeln, weisen im Endeffekt eine höhere Produktivität auf. Dafür müssen Prozesse und Technologien miteinander verknüpft und auf den Kunden ausgerichtet werden. Das Ziel ist es, die richtige Botschaft zur richtigen Zeit über einen geeigneten Kanal an den Nutzer zu übermitteln.

Aktuelle Herausforderungen: Anzahl der Endgeräte

Unterschiedliche Unternehmen befinden sich offenkundig in einem anderen Stadium der Digitalisierung. Der Fortschritt hängt dabei von verschiedenen Faktoren, die das jeweilige Unternehmen betreffen, ab:

  • Die Branche,
  • Die Größe des Unternehmens,
  • Das Investitionspotential des Unternehmens,
  • Die Unternehmenskultur (innovativ <-> abwartend),
  • Die Umsetzungsmöglichkeiten, das Know-how der Führungskräfte und der Mitarbeiter etc.

Diese Liste erhebt dabei keinen Anspruch auf Vollständigkeit, da die Digitalisierung in der Arbeitswelt von vielen, umfangreichen Faktoren abhängt. Aktuelle Trends in der Digitalisierung lassen sich dennoch allgemein ableiten.

Momentan ist ein großer Teil der Unternehmen damit beschäftigt, eine allumfassende Sicht auf den Kunden zu erhalten. Die Schwierigkeit liegt hier in der Anzahl der Endgeräte, die jeder Nutzer sein Eigen nennt. Ob mit PC, Laptop, Tablet oder Smartphone: die Möglichkeiten, das Internet und Dienste von Unternehmen zu nutzen sind vielfältig.

Um das wahre Potential zu nutzen, die den Daten innewohnen, müssen die verschiedenen Endgeräte dem Nutzer zugeordnet werden. Erst dann kann ein ganzheitliches Bild vom Nutzer für das Unternehmen entstehen. Vielfach ändert sich auch das Nutzerverhalten, wenn das Gerät gewechselt wird. Am Smartphone werden vielleicht Nachrichten gelesen und der Facebook-Status aktualisiert, während am Laptop oder dem Tablet gemütlich ein paar Videos konsumiert werden. Verstärkt wird diese „Problematik“ durch das Internet of Things, dass in Zukunft verstärkt im Alltag Einzug halten wird.

Jobs werden geschaffen, Jobs werden gefährdet

Genauso wie Jobs in diesen Bereichen geschaffen werden, sind verständlicherweise auch Arbeitsplätze in Gefahr, da sie durch die Digitalisierung obsolet werden. Laut einer Studie des IT-Verbandes Bitkom könnten bis zum Jahr 2022 rund drei Millionen Jobs in Deutschland aufgrund der Digitalisierung verlorengehen. Durch die Automation, die mit der Digitalisierung einhergeht, werden die Menschen mittels Roboter ersetzt oder ihre Tätigkeit wird von Algorithmen übernommen.

In den nächsten Jahren werden damit etwa zehn Prozent aller Stellen in Deutschland wegfallen. Mittelfristig, also innerhalb der nächsten 20 Jahre, gehen die Experten sogar davon aus, dass die Hälfte aller Berufsbilder gefährdet ist. Besonders stark werde dies folgende Branchen treffen:

  • Kommunikationstechnik
  • Banken und Versicherungen
  • Chemie- und Pharmabranche
  • Automobilindustrie

Hier ist auch die Politik gefragt, für Innovationen und Ideen zu sorgen, die Deutschland sicher in die Zukunft führen. Bitkom-Präsident Achim Berg sieht hier allerdings viel zu wenig Bereitschaft, geschweige denn sinnvolle Signale: „Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos ging es in nahezu jeder Veranstaltung um Künstliche Intelligenz. In Berlin habe ich davon bislang viel zu wenig gehört.“ Somit birgt die Digitalisierung neben den großen Chancen auch Risiken für Unternehmen und Arbeitnehmer. Aber selbst der Beruf des Druckers hat eine Zukunft. Die Entwicklung in der Arbeitswelt in den nächsten Jahren bleibt damit sehr interessant.